Ich bin gerade aus dem Urlaub zurückgekommen und habe natürlich als Erstes ein eigenes Album für meine Urlaubsfotos angelegt.
Das mache ich schon lange so und ich bin bei meinen Fotos auf dem Handy tatsächlich ganz gut organisiert. Ich lege regelmäßig Alben an und lösche zwischendurch Bilder, die ich nicht mehr brauche. So bleibt meine Galerie übersichtlich und ich muss mich nicht irgendwann durch Tausende von Fotos wühlen.
Trotzdem musste ich beim Durchsehen meiner Bilder schmunzeln. Denn auch beim Urlaubsfotos sortieren merkt man schnell, dass sich doch immer wieder einiges ansammelt.
Mehrere fast gleiche Sonnenuntergänge. Ein Foto, auf dem ich eigentlich nur prüfen wollte, ob das Licht passt. Screenshots, die längst ihren Zweck erfüllt haben. Und auch etliche Bilder, bei denen man denkt: „Das lösche ich später.“
Genau dieses „später“ hat mich nun an ein ganz anderes Fotoprojekt erinnert.
Ein Fotoprojekt, das ich seit Jahren vor mir herschiebe
Ich habe nämlich immer noch jede Menge Fotos von meinem Sohn auf dem Handy (und auf meinem Rechner) aus der Zeit, als er noch klein war.
Seit Jahren nehme ich mir vor, diese Fotos endlich zu sortieren und Fotoalben daraus zu machen. Meistens im Winter, wenn es draußen früher dunkel wird und etwas mehr Ruhe einkehrt, denke ich: „Jetzt wäre doch genau der richtige Zeitpunkt dafür.“ Tja, und dann kommt das Leben dazwischen.
Bisher habe ich kein einziges Album gemacht. Die Fotos blieben auf dem Handy. Und das Vorhaben wanderte einfach mit ins nächste Jahr.
Vielleicht kennst du solche Projekte auch. Dinge, die eigentlich gar nicht besonders dringend sind, aber trotzdem immer wieder im Hinterkopf auftauchen.
„Das muss ich noch machen.“
„Das wollte ich doch schon längst sortieren.“
„Irgendwann mache ich daraus ein schönes Album.“
Dann habe ich meinen Sohn gefragt
Mein Sohn ist inzwischen erwachsen. Vor ein paar Tagen haben wir über genau diese Fotos gesprochen. Dabei kam etwas heraus, womit ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte.
Für ihn ist dieses Album gar nicht so wichtig.
Natürlich würde er die Fotos gerne haben. Aber er braucht dafür kein aufwendig gestaltetes Fotoalbum, so wie die vier dicken, die er von mir schon zu seinem 18. Geburtstag bekommen hat. Und da stellte sich mir die Frage:
Für wen wollte ich diese Alben eigentich all die Jahre machen?
Die Antwort war ziemlich eindeutg.
Ganz einfach für mich.
Weil ich das so von meiner Familie kenne und auch weil ich es mag, von Zeit zu Zeit in den Fotoalben zu blättern.
Für wen bewahren wir eigentlich Dinge auf?
Ich glaube, diese Frage lohnt sich nicht nur bei Fotos. Wie viele Dinge bewahren wir auf, weil wir glauben, dass jemand anderes sie irgendwann brauchen oder schätzen wird? Wie viele Projekte stehen auf unseren persönlichen Listen mit:
„Das muss ich unbedingt noch machen.“
„Das wollte ich doch schon längst erledigen.“
„Wenn ich mal mehr Zeit habe.“
Gerade beim Aufräumen begegnet mir dieser Gedanke immer wieder. Wir halten an Dingen fest, weil wir ihnen irgendwann einmal eine Bedeutung gegeben haben. Oder weil wir glauben, dass wir eine bestimmte Aufgabe noch erledigen müssen.
Dabei darf sich unsere Meinung verändern.
Und manchmal hilft schon ein Gespräch.
Meine Lösung für die alten Kinderfotos
Bei meinem Sohn war die Lösung plötzlich ganz einfach. Wir haben vereinbart, dass ich ihm die Fotos auf eine SD-Karte ziehen werde. So hat er die Bilder für sich und kann selbst entscheiden, was er damit machen möchte. Und ich bekomme wieder Speicherplatz auf meinem Handy und auf meinem Rechner.
Vor allem aber ist der Druck weg, dieses Album unbedingt noch gestalten zu müssen. Vielleicht mache ich irgendwann eines für mich. Vielleicht auch nicht. Und beides ist vollkommen in Ordnung.
Denn Aufräumen bedeutet nicht immer, etwas wegzuwerfen, sondern eine Entscheidung zu treffen, die sich gut anfühlt.
Fotos auf dem Handy aufräumen: So kannst du anfangen
Wenn du beim Blick in deine Fotogalerie gerade denkst: „Da müsste ich eigentlich auch mal ran“, dann kann ich dich beruhigen. Fotos auf dem Handy zu sortieren, kann viel einfacher sein, als du vielleicht denkst.
Fang klein an.
1. Frag dich zuerst: Für wen bewahre ich diese Fotos auf?
Das ist für mich die wichtigste Frage.
Möchtest du die Fotos wirklich behalten? Oder glaubst du, dass du sie für deine Kinder, Eltern oder andere Familienmitglieder aufbewahren musst? Wenn es um eine andere Person geht, frag sie einfach. Vielleicht möchte sie die Fotos tatsächlich haben. Doch eventuell ist es auch ganz anders, als du bisher gedacht hast.
2. Lösche zuerst das, was eindeutig weg kann
Du musst nicht bei jedem Foto eine Grundsatzentscheidung treffen. Beginne ganz einfach mit dem Löschen von:
- verwackelten Fotos
- komplett misslungenen Aufnahmen
- doppelten Bildern
- unnötigen Screenshots
- alten Tickets oder QR-Codes
- Fotos von Einkaufslisten
- Bildern, die nur kurzfristig wichtig waren.
Das geht schnell und schafft sofort ein kleines Erfolgserlebnis.
Und ganz nebenbei kannst du damit sogar Geld sparen.
Denn ein voller Handyspeicher kann schnell dazu führen, dass wir über zusätzlichen Speicherplatz, kostenpflichtige Apps zum Sortieren von Fotos oder sogar über ein neues Handy nachdenken. Eine meiner Kundinnen hat sich tatsächlich einmal ein neues Handy gekauft, weil der Speicherplatz ihres alten Gerätes voll war. Dabei lohnt sich vorher oft ein genauer Blick auf die eigenen Fotos.
Wie viele davon brauchen wir wirklich noch? Und wie viel Speicherplatz würden wir zurückgewinnen, wenn wir einfach einmal konsequent aussortieren?
Bevor du also Geld für mehr Speicher, eine zusätzliche App oder vielleicht sogar ein neues Handy ausgibst, lohnt sich ein Blick in deine Fotogalerie. Vielleicht steckt in deinen Fotos ja schon einiges an Speicherplatz, den du gar nicht mehr brauchst.
3. Schau dir Serien und ähnliche Fotos an
Gerade im Urlaub entstehen schnell zehn oder mehr Fotos vom gleichen Motiv. Das ist verständlich. Man möchte schließlich das schönste Bild erwischen. Aber brauchst du wirklich alle? Oft reicht ein Lieblingsfoto.
Aktuelle Foto-Apps bieten dafür teilweise bereits Unterstützung. Apple Fotos kann beispielsweise nach Aufnahmedatum sortieren und Duplikate erkennen. Auch Google Fotos kann ähnliche Bilder gruppieren.
4. Mach aus dem Aufräumen kein Perfektionsprojekt
Das ist mir besonders wichtig. Wenn du deine digitalen Fotos organisieren möchtest, brauchst du dafür kein kompliziertes System. Ein Ordner für das Jahr. Ein weiterer für besondere Ereignisse. Zum Beispiel:
- 2026
- Spanien
- Familie
- Weihnachten
Das reicht für viele Menschen schon völlig aus. Denn das beste Ordnungssystem ist nicht das ausgeklügeltste. Es ist das, das du auch wirklich benutzt.
5. Entscheide, welche Fotos du wirklich in einem Album möchtest
Nicht jedes Foto muss gedruckt werden. Von einem Urlaub reichen vielleicht 20 besonders schöne Bilder. Die ersten Jahre deines Kindes möchtest du eventuell in einem Album festhalten. Gerade bei Familienfotos kann es helfen, zunächst zu überlegen, welche Erinnerungen du wirklich bewahren möchtest. Oder du druckst einfach ein paar deiner Lieblingsbilder aus.
Es muss nicht immer das große Fotobuch sein. Und bevor du ein aufwendiges Projekt startest, frag dich: Möchte ich das wirklich oder denke ich nur, dass ich das machen sollte?
6. Fotos sichern: So bleiben deine Erinnerungen erhalten
Wenn dir deine Fotos wichtig sind, sollten sie nicht ausschließlich auf deinem Smartphone liegen. Fotos vom Handy zu sichern, ist heute relativ einfach. Eine zusätzliche Sicherung auf einem Computer, einer externen Festplatte oder einem anderen geeigneten Speichermedium kann dich davor schützen, dass wertvolle Erinnerungen verloren gehen. Auch die Verbraucherzentrale gibt Empfehlungen zur sicheren Speicherung und Sicherung digitaler Daten.
Für den Anfang könnten es die Fotos vom letzten Urlaub sein. Dann die Screenshots oder einfach nach Monaten vorgehen. Wenn du regelmäßig kleine Mengen aussortierst, entsteht gar nicht erst wieder so schnell ein riesiger Berg.
Was möchte ich wirklich bewahren und warum?
Und vielleicht ist die wichtigste Frage gar nicht: Was kann weg? Sondern:
Was möchte ich wirklich bewahren und warum?
Diese Frage verändert den Blick auf das Aufräumen. Denn dann geht es nicht mehr darum, möglichst viel zu löschen. Es geht darum, bewusst zu entscheiden, was bleiben darf. Möglicherweise stellst du dabei fest, dass etwas, das jahrelang auf deiner To-do-Liste stand, gar nicht mehr erledigt werden muss. Vielleicht braucht dein Kind das Album gar nicht oder es reicht eine digitale Sammlung, so wie in meinem Fall.
Es kann auch einfach nur die Entscheidung sein, für sich selber ein Album zu gestalten oder die Fotos einfach so zu behalten und gar nichts damit zu machen. Genau diese Entscheidung entspannt. Bei mir ist es jetzt die SD-Karte für meinen Sohn. Ich freue mich richtig darauf, das zu machen, und ich weiß, es dauert nicht sehr lange.
Der jahrelange Druck, dieses Projekt irgendwann noch erledigen zu müssen, ist endlich weg. Und in meinem Kopf ist wieder ein Tab geschlossen.
Und mein altes Vorhaben, jeden Winter endlich ein Fotoalbum zu gestalten? Das darf ich ganz entspannt loslassen. Denn Ordnung bedeutet nicht, alles perfekt zu Ende zu bringen. Ordnung bedeutet, Entscheidungen zu treffen, die das Leben leichter machen. Und manchmal schafft genau das viel mehr Raum, als man denkt.
Du möchtest nicht nur in deinen Fotos, sondern auch in anderen Bereichen mehr Leichtigkeit und Ordnung schaffen? Dann schau dir mein Aufräumcoaching doch mal an und vereinbare gerne ein kostenfreies Kennenlerngespräch.






