Eine meiner Kundinnen kannte das nur zu gut. Immer am Wochenende wurde aufgeräumt. Die ganz große Aktion. Oft ging der ganze Samstag drauf, um liegen gebliebenes Zeug wegzuräumen, zu sortieren, wieder Ordnung zu schaffen und anschließend noch zu putzen. Am Ende sah alles schön aus und sie konnte erst einmal durchatmen. Bis das Ganze wieder von vorne begann. Die Post sammelte sich unter der Woche. Dinge wurden irgendwo abgelegt. Und die geschaffene Ordnung vom letzten Wochenende war wieder dahin. Also wieder von vorne. Und das ging jahrelang so. Es war für sie ganz normal.
In unserem Kennenlerngespräch fragte sie mich: „Warum hält die schöne Ordnung nicht?“ Und genau hier liegt der Knackpunkt: Einmal richtig aufräumen reicht nicht. Denn wenn sich an den Abläufen im Alltag nichts verändert, kommt auch das alte Chaos wieder zurück. Das Problem war bei meiner Kundin nicht, dass sie nicht aufräumen konnte. Im Gegenteil. Sie konnte sehr gut aufräumen. Nur hatte sie bisher keine Ordnung, die ihren Alltag wirklich unterstützt. Wir haben deshalb nicht einfach nur Schränke ausgeräumt und Dinge neu sortiert. Wir haben geschaut:
Wo landen die Dinge tatsächlich?
Was wird immer wieder irgendwo abgelegt?
Welche Wege sind unnötig?
Was braucht einen anderen Platz?
Was kann einfacher werden?
Und welche kleinen Routinen lassen sich so in den Alltag einbauen, dass sie nicht nach drei Tagen wieder verschwinden?
Dabei musste nicht alles neu erfunden werden. Es waren ein paar kleine Veränderungen. Genau an dieser Stelle musste ich an ein Buch denken, das ich vor kurzem gelesen habe und das ich deshalb hier mit anbringen möchte: „Die 1%-Methode“ von James Clear.Die Idee dahinter finde ich auch für das Thema Ordnung sehr spannend: Nicht die eine große Veränderung entscheidet darüber, ob etwas langfristig funktioniert. Es ist das System dahinter. Die kleinen, oft unterschätzten Routinen, die sich im Alltag einfach umsetzen lassen und viel bewirken.
Übertragen auf dein Zuhause kann das ganz unspektakulär aussehen. Die Post wird direkt geöffnet, die Jacke gleich aufgehängt, Dinge werden nicht erst irgendwann zurückgeräumt, sondern gleich, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Und abends braucht es nur ein paar Minuten, um kurz durch Küche und Wohnzimmer zu wirbeln. Und das heißt nicht, dass immer alles gleich perfekt sein muss. Entscheidend ist das Dranbleiben.
Das klingt jetzt nicht nach der einen Riesenveränderung, stimmt’s? Aber genau darum geht es. Ordnung muss nicht jeden Tag viel Zeit kosten. Sie sollte sich möglichst selbstverständlich und ohne große Überwindung in deinen Alltag einfügen. Bei meiner Kundin hat sich das während unserer Zusammenarbeit besonders schön gezeigt:
Sie muss heute nicht mehr ihren Samstag dafür opfern, wieder Ordnung herzustellen. Sie hat eine Grundordnung, die sie leicht halten kann, und Routinen, die zu ihrem Alltag passen. Nicht, weil sie plötzlich ein anderer Mensch geworden ist. Sondern weil sie jetzt weiß, wie leicht Ordnung endlich auch für sie funktionieren kann. Dafür haben wir ihr bisheriges System hinterfragt und alltagstaugliche Gewohnheiten entwickelt, die für sie funktionieren.
Und vielleicht ist genau das auch für dich der entscheidende Unterschied: Du brauchst nicht unbedingt den nächsten großen Aufräumtag, sondern eine Lösung, die auch nach dem Aufräumen für dich funktioniert. Denn einmal richtig aufräumen kann unglaublich befreiend sein. Aber eine Ordnung, die bleibt, macht deinen Alltag wesentlich leichter.
Mein Schlussgedanke
Viele kleine Veränderungen können am Ende des Tages viel mehr bewirken als die eine große Aufräumaktion. Denn dein Zuhause sollte nicht jedes Wochenende aufs Neue „gerettet“ werden müssen. Vielleicht brauchst du also nicht noch mehr Motivation zum Aufräumen. Sondern eher eine Ordnung, die so gut zu deinem Leben passt, dass du sie gar nicht ständig neu herstellen musst.
Als Ordnungscoach helfe ich dir dabei, herauszufinden, wo es hakt und welche Veränderungen wirklich zu deinem Alltag passen. Schreib mir gern eine Nachricht, wenn du Unterstützung möchtest.
Die 1%-Methode
Wenn dich der Gedanke an die kleinen Veränderungen interessiert, kann ich dir das Buch „Die 1%-Methode“von James Clear sehr empfehlen. Es beschäftigt sich damit, wie kleine Veränderungen bei Gewohnheiten langfristig große Wirkung entfalten können. Es geht nicht darum, von heute auf morgen alles zu verändern, sondern darum, Schritt für Schritt bessere Gewohnheiten und Systeme aufzubauen. Genau deshalb passt es für mich so gut zum Thema Ordnung und natürlich auch zu vielen anderen Bereichen im Leben. Ein lesenswertes Buch für alle, die nicht nur etwas verändern, sondern auch langfristig dabei bleiben möchten.






